Missbrauchsfälle in Münster

Deutscher Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V.

Pressemitteilung

Nach der Aufdeckung von Missbrauchsfällen in Münster fordert der Kinderschutzbund in NRW mehr Zusammenarbeit der Behörden und Institutionen

Wuppertal, 8. Juni 2020

Das Ausmaß der Gewalt bei den aktuellen Missbrauchsfällen in Münster hinterlässt auch beim Kinderschutzbund in Nordrhein-Westfalen Bestürzung. „Wir sind aber trotz aller Erschütterung froh, dass die Polizei in Nordrhein-Westfalen mehr und mehr Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder aufdeckt und so ihren Missbrauch stoppt,“ sagt die Landesgeschäftsführerin Krista Körbes. „Durch die Ermittlungen kommen die grausamen Taten aus dem Dunkelfeld heraus ans Licht“, so Körbes weiter. Dabei werde erneut deutlich, wie gravierend das Problem der sexuellen Gewalt gegen Kinder in der Gesellschaft sei und welches Leid ihnen zugefügt werde.

Die Ermittlungsergebnisse aus Münster führen beim Kinderschutzbund in NRW zu vielen Fragen. Dazu gehört auch, warum sich das Familiengericht entschied, den Ziehsohn des Hauptverdächtigen in der Familie zu belassen, obwohl er mehrere Straftaten im Zusammenhang mit Missbrauchsabbildungen begangen habe und zu Bewährungsstrafen verteilt wurde. „Uns ist unverständlich, warum das Kind nicht wirkungsvoller geschützt wurde“, kritisiert Landesgeschäftsführerin Krista Körbes.

Um sexuelle Gewalt gegen Kinder zu verhindern, ist es nach Auffassung des Kinderschutzbundes wichtig, dass die zuständigen Behörden und Institutionen effektiver als bisher zusammenarbeiten. Darüber hinaus seien qualifizierte Schulungen für Fachkräfte in Schulen, Kindertageseinrichtungen und bei der Polizei unerlässlich. Um die Prävention und Intervention sexueller Gewalt nachhaltig zu verbessern, müsste darüber hinaus die Finanzierung von Beratungsstellen durch die öffentliche Hand sichergestellt werden. Außerdem sei es – so Körbes weiter – unbedingt nötig, die Gesellschaft stärker als bisher für das Thema der sexuellen Gewalt zu sensibilisieren. „Die Bevölkerung muss wissen, dass Missbrauch überall stattfinden kann, welche Warnsignale es gibt und was im Verdachtsfall zu tun ist“, sagte die Landesgeschäftsführerin.

Rückfragen richten Sie bitte an:

Nicole Vergin

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Deutscher Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V.

Tel.: 0157 714 77 348

E-Mail: n.vergin@dksb-nrw.de

Kindesmissbrauch: Wie kann das verhindert werden?

https://www1.wdr.de/nachrichten/kindesmissbrauch-verhinderung-100.html

Beratungsangebot in Zeiten der Corona-Pandemie

Wir sind tagsüber an Wochentagen erreichbar unter:  

Liebe Kinder und Jugendliche,

im Moment gibt es viele Einschränkungen. Ihr könnt nicht mehr in die Schule gehen und auch eure Freunde könnt ihr nicht mehr treffen. Dazu sind ist auch noch alles geschlossen, was irgendwie Spaß macht. Die Kinos sind geschlossen, shoppen kann man auch nicht mehr und auch im Park, auf Spielplätzen oder in Einkaufcentren kann man nicht mehr chillen. Das klappt nicht mal mehr zu Hause. Auch eure Eltern müssen alles neu planen. Sie arbeiten jetzt zu Hause und versuchen auch noch, euch den Stoff aus der Schule beizubringen. Da kann es schnell zu Stress oder Streit in der Familie kommen.

Die Lage spitzt sich bei Euch in der Familie zu?

Ihr streitet häufiger mit euren Geschwistern oder Eltern als sonst?

Ihr sitzt den ganzen Tag zu Hause fest und haltet es nicht mehr aus?

Ihr wisst nicht wie ihr den ganzen Schulstoff zu Hause alleine kapieren sollt?

Unsere Familienberatungsstelle ist nach wie vor geöffnet und hilft euch in der aktuell schwierigen Situation. Ihr könnt uns daher gerne jederzeit anrufen.

Liebe Eltern,

die derzeitigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens stellen insbesondere Familien vor große Herausforderungen. Zur Schließung öffentlicher Einrichtungen, wie Schulen und KiTas, kommt nun auch noch der Druck, im Home-Office die üblichen Arbeitsaufträge zu erledigen. Verbunden mit der Empfehlung, das Haus nur in dringenden Fällen zu verlassen, ergibt sich eine Situation, die ein sehr hohes Konfliktpotential bietet.

Die Lage spitzt sich bei Ihnen in der Familie zu?

Die Kinder streiten sich häufig oder auch Ihnen platzt bei all den Anforderungen öfter der Kragen als sonst?

Die Situation aus Homeoffice und Kinderbetreuung wächst Ihnen über den Kopf?

Sie wissen nicht, wie sie mit Ihren Kindern den vorgegebenen Schulstoff zu Hause erarbeiten können?

Aus gegebenem Anlass ist in unserer Beratungsstelle im Moment nicht durchgehend ein persönlicher Ansprechpartner verfügbar. Wir haben allerdings weiterhin geöffnet und sind telefonisch zu erreichen. Gerne vereinbaren wir dann auch einen Termin mit Ihnen.

Notfall-Kinderzuschlag: https://www.bmfsfj.de/k
Während der Corona-Zeit gilt ab dem 1. April der Notfall-KiZ. Ob Sie Anspruch haben, können Sie mit dem Lotsen der Arbeitsagentur prüfen.

Pressemitteilung – Der Kinderschutzbund in Nordrhein-Westfalen fordert dazu auf, die Kinder in Not nicht zu vergessen

Deutscher Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V.


Corona-Pandemie:
Der Kinderschutzbund in Nordrhein-Westfalen fordert dazu auf, die Kinder in Not nicht zu vergessen

Wuppertal, 20. März 2020

„In der Corona-Krise dürfen wir Kinder und Jugendliche nicht aus dem Blick verlieren, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen“, betont Krista Körbes, Landesgeschäftsführerin des Kinderschutzbundes in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehören Jungen und Mädchen, die zu Hause nicht angemessen versorgt werden können, möglicherweise von Gewalt bedroht sind oder bei denen der regelmäßige Besuch von Einrichtungen Bestandteil eines Schutzplans ist.

„Obwohl wir alle im Moment wenig Kontakt zueinander haben, müssen wir dennoch aufmerksam für unser Umfeld sein“, so Krista Körbes. Wenn Nachbarn, Freunde oder Bekannte Sorge um das Wohl eines Kindes haben, sollten sie sich nach wie vor Unterstützung suchen. Das kann durch einen Anruf bei einer Beratungsstelle oder dem örtlichen Jugendamt geschehen.

Gerade Kinder und ihre Eltern, die bisher von ambulanten und teilstationären Erziehungshilfen Unterstützung erhielten, wären zurzeit bei einem Wegfall dieser Hilfen besonders betroffen. Inwieweit diese Angebote bestehen bleiben und teilstationäre Gruppen offen bleiben und somit weiterhin Kindern und ihren Eltern helfen können, ist in den Kommunen unterschiedlich und abhängig von den Entscheidungen der örtlichen Ordnungsbehörden. Voraussetzung ist hierbei natürlich, dass auch das Personal gesund bleibt und weiterhin zur Verfügung stehen kann. Die stationären Hilfen sind von Schließungen unberührt.

Bisher erhielten viele Kinder aus prekären Verhältnissen ein warmes Mittagessen in der Ganztagsbetreuung, bei Kindertafeln oder die Eltern bekamen Lebensmitteln bei der Tafel. Nun sind diese Unterstützungsangebote zum großen Teil geschlossen. „Man muss sich aber fragen, wie die Versorgung dieser Kinder aktuell aussieht. Es ist wichtig, dass alternative Möglichkeiten der Versorgung geschaffen werden“, so DKSB Landesgeschäftsführerin Krista Körbes. Sie fordert wie Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes, einen Zuschlag für alle Familien, die Leistungen zur Existenzsicherung erhalten.

Rückfragen richten Sie bitte an:
Nicole Vergin
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V.
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Tag der gewaltfreien Erziehung

01.04.2019. Zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30.04.2019 fordert der Kinderschutzbund Mülheim an der Ruhr, Kinder jeden Alters bei Anzeichen von Gewalt- und Missbrauchserfahrungen anzuhören und ernst zu nehmen.

„Gewalt hat viele Gesichter. Kinder und Jugendliche können körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt erleiden, das fängt schon mit dem berühmten Klaps an. Auch Vernachlässigung und mangelnde Unterstützung sind eine passive Form von Gewalt“, sagt Ines Kremens vom Ortsverband Mülheim an der Ruhr „In all diesen Bereichen gibt es hohe Dunkelziffern. Wir müssen davon ausgehen, dass schätzungsweise jedes vierte Kind im Laufe des Heranwachsens Gewalt erlebt – in unterschiedlicher Intensität und Dauer.“
Kinder und Jugendliche haben seit dem Jahr 2000 das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig. Dennoch erleben viel zu viele Kinder weiterhin verschiedene Formen von Gewalt, in der Familie, im sozialen Umfeld, in Kitas, Schulen oder anderen Einrichtungen. Der Kinderschutzbund fordert deshalb Jugendämter, Polizei und Staatsanwaltschaft auf, Hinweisen auf Gewalterfahrungen von Kindern aller Altersstufen ausreichend nachzugehen. Dass dies in vielen Fällen nicht erfolgt, zeigt auf besonders schreckliche Weise der kürzlich bekannt gewordene jahrelange Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lüdge. Bei einem anderen Fall im Münsterland stand eine Kita-Leiterin unter Missbrauchsverdacht, die Aussagen der Kinder wurden aber als nicht glaubwürdig eingestuft.
„Die Annahme, Kinder, vor allem kleine Kinder, könnten nicht befragt werden oder keine glaubwürdigen Aussagen treffen, ist nicht grundsätzlich stichhaltig. Kinder müssen gehört werden. Die Frage, ob die Situation des Kindes überprüft oder Ermittlungen aufgenommen werden, darf nicht vom Alter des Kindes abhängig gemacht werden“, erklärt Ines Kremens.
Das Recht des Kindes auf Gehör und Meinungsäußerung ist auch bei der Teilnahme an Gerichtsverfahren von maßgeblicher Bedeutung. Der Kinderschutzbund plädiert deshalb für entsprechende Qualifikationen und Fortbildungen von Richter*innen, Staatsanwält*innen und Verfahrensbeiständen. Zudem hat der Verband die AG „Kindgerechte Justiz“ gegründet, die der Frage nachgeht, wie den Kinderrechten im Justizsystem besser Geltung verschafft werden kann, und Kinder in Verfahren, die ihre Angelegenheiten betreffen, stärker beteiligt werden können.
Der Tag der gewaltfreien Erziehung wird in Deutschland seit 2004 begangen. Er soll daran erinnern, dass die gesamte Gesellschaft die Verantwortung für das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern trägt. Zudem soll er Eltern ermutigen, ihr Ideal einer gewaltfreien Erziehung Wirklichkeit werden zu lassen.

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Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) – Für die Zukunft aller Kinder!
Der DKSB, gegründet 1953, ist mit 50.000 Mitgliedern in über 400 Ortsverbänden die größte Kinderschutzorganisation Deutschlands. Der DKSB setzt sich für die Interessen von Kindern sowie für Veränderungen in Politik und Gesellschaft ein. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Kinderrechte, Kinder in Armut, Gewalt gegen Kinder sowie Kinder und Medien.