Präventionsprojekt verbindet Sinneserfahrungen mit gesunden Grenzen

„Meine Sinne – Das tut mir gut, ich fühle mich wohl!“ So hieß ein Präventionsprojekt des Kinderschutzbundes Mülheim. Mit dabei waren Kinder von vier bis sechs Jahren, die im Brückenprojekt „Spieltreff“ betreut werden. Finanziert wurde das Projekt durch die Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Prävention und Nachsorge von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche des Landes NRW.

Begriffe für den ganzen Körper
Acht Kinder kommen jede Woche von montags bis donnerstags in den „Spieltreff“. Viele von ihnen können kaum oder noch nicht gut deutsch sprechen. Daher setzte das sechswöchige Präventionsprojekt bei Begriffen an. Wie heißen die Genitalien bei Jungen und bei Mädchen? Penis und Vagina – diese Wörter konnten die Kinder mit der Zeit selbstverständlich benutzen. „Wenn Kinder alle Teile ihres Körpers ohne Scham benennen können, fördert das ein positives Körperbewusstsein“, erklärt die Sozialarbeiterin Sarah Maschewski, die die Idee zum Projekt hatte und sie gemeinsam mit den Erzieherinnen des „Spieltreffs“ ausarbeitete. Natürlich sei es darüber hinaus auch wichtig, sich deutlich ausdrücken zu können, um von unangenehmen Erlebnissen zu erzählen. „Um sexualisierter Gewalt vorzubeugen oder um bei Bedarf möglichst schnell Hilfe zu bekommen, ist es wichtig, dass Kinder die richtigen Wörter kennen“.

Freude, Wonne und klare Grenzen
Außerdem ging es im Präventionsprojekt darum, den eigenen Körper wahrzunehmen, Gefühle zu benennen und sich auch gegenüber anderen abzugrenzen. So gab es eine Vielzahl von Kreativangeboten rund um die fünf Sinne Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken. Im Snoezelraum massierten sich die Kinder zum Beispiel gegenseitig und entschieden, von wem sie gerne berührt werden wollten und von wem nicht.

„Im Projekt empfanden die Kinder viel Freude. Aber sie lernten auch, nein zu zu sagen, sich abzugrenzen und sich so vor sexualisierter Gewalt zu schützen“, erläutert Sarah Maschewski die Grundidee des Projekts. „Wenn Kinder die eigenen Grenzen und die anderer Menschen erkennen und respektieren, sind sie eher in der Lage, sich bei einer Verletzung dieser Grenzen Hilfe zu holen. Dieses sehr wichtige Projekt hätten wir ohne die Finanzierung des Landes überhaupt nicht anbieten können.“ Durch die Fördermittel des Landes konnte der Kinderschutzbund Mülheim verschiedene Materialien für das Projekt kaufen und vorbereitende Fortbildungen für die pädagogischen Fachkräfte finanzieren.

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